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Volvo L110F // Woher kommt das Streusalz für den Winterdienst?

Teil-Auszug // Quelle: Der Kubikmeter Nr. 80/2011

Ein Volvo L110F geht Unter-Tage …

Über diese Frage machen sich die meisten Verbraucher häufig keine Gedanken, sondern „kaufen das benötigte Salz einfach im Supermarkt“, berichtet Dr.-Ing. Hagen Jeschke, Leiter Technik unter Tage des Steinsalzbergwerkes Borth der esco – european salt company (Hannover), einer Tochter der K+S Aktiengesellschaft (Kassel).

„Salze finden aber auch in anderen Bereichen Anwendung, beispielsweise als Grundstoff für chemische und pharmazeutische Produkte. Das Gewinnen dieser Rohstoffe ist unsere Kernkompetenz. Die esco ist der führende Salzproduzent in Europa“, unterstreicht Jeschke. Die esco ging im Jahr 2002 als Joint Venture zwischen K+S und der belgischen Solvay hervor und wurde 2004 ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der K+S Aktiengesellschaft. Die Jahresproduktion der esco sowie ihrer Schwestergesellschaften Sociedad Punta de Lobos (Chile), Salina Diamante Branco (Brasilien) und Morton Salt (USA/Kanada) beträgt zusammen rund 30 Millionen Tonnen Salz pro Jahr – damit ist K+S der weltweit größte Salzanbieter.

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An 19 Standorten, davon zehn mit Produktionsbetrieben, beschäftigt die esco europaweit 1.300 Mitarbeiter. Ungefähr 310 Beschäftigte sind im niederrheinischen Steinsalzbergwerk Borth bei Rheinberg tätig, davon etwa ein Drittel im Dreischichtbetrieb unter Tage in rund 750 Metern Tiefe. Der Salzabbau hat- am Niederrhein, nahe der niederländischen Grenze, eine lange Tradition: „Bereits 1897 wurde das Salzvorkommen der zirka 90 Quadratkilometer großen Lagerstätte bei Probebohrungen entdeckt. Da jedoch die Lagerstätte in der damaligen Zeit als bergmännisch schwer erschließbar galt, begann man erst im Jahr 1924 mit dem Abbau des Salzes“, erklärt Hagen Jeschke.

Die Kapazität des Werkes liegt heute bei 2,3 Millionen Tonnen Steinsalz pro Jahr sowie bei 0,29 Millionen Tonnen Siedesalz, das nach einem aufwendigen Verfahren als hochreines Produkt beispielsweise in der pharmazeutischen Industrie zum Einsatz kommt. Die Produktionskapazität der esco beträgt europaweit rund 9,7 Millionen Tonnen pro Jahr. „Hauptabnehmer unserer Produkte sind die Straßen- und Autobahnämter der Länder sowie Städte und Gemeinden, die Auftausalze für den Winterdienst bei uns einkaufen. Daneben gehören die Chemieindustrie sowie Produzenten von Lebens- und Futtermitteln zu unseren Hauptkunden“, erläutert Jeschke.

„Salz ist Grundstoff oder Zutat für viele Produkte.“

Der größte Teil unserer Produktion geht, neben der Streusalzherstellung, an die chemische Industrie, wo Salz als Grundstoff zur Herstellung von Kunststoff, Glas, Waschmitteln, Klebstoffen oder Lacken benötigt wird“, erläutert Hagen Jeschke. 800 Tonnen pro Stunde werden im Werk Borth abgebaut. Diese große Menge Salz wird dort durch Bohren und Sprengen gewonnen und muss anschließend zur Schachtanlage für den Transport nach über Tage befördert werden. Der Transport unter Tage ist eine logistische Meisterleistung: „Ungefähr 100 mobile Maschinen und über 15 Kilometer Bandanlagen haben wir unter Tage im Einsatz, um diesen wertvollen Rohstoff gewinnen zu können.“ 30 Pkw sind neben 70 Spezialmaschinen für den Bergbau im Einsatz. Insbesondere die Radlader zeichnen sich durch ein großes Schaufelvolumen aus, das ein zügiges Abtransportieren des durch Sprengung gewonnenen Salzgesteins ermöglicht.

Seit März 2011 hat der Fuhrpark im Werk Borth Zuwachs bekommen: Ein Volvo-Radlader L110F verrichtet unter Tage einen ganz speziellen Dienst. „Die großen Radlader können aufgrund der eingesetzten Schaufelgröße zwar auf einmal große Mengen Salzgestein transportieren, aber wegen der Dimension der Maschine mit einer eingeschränkten Sicht des Fahrers sind diese nicht geeignet, im Abbaubereich oder anderen Bereichen der Grube Säuberungsarbeiten durchzuführen“, berichtet Hagen Jeschke. „Wir benötigten dringend eine Lösung, um die Abbaubereiche zum Beispiel von Salzresten zu reinigen. Da unsere Kollegen im Kaliwerk Sigmundshall bereits erfolgreich Volvo-Maschinen einsetzen, kamen wir auf die Idee, das gleiche Gerät zu verwenden.“

Die geringen Abmessungen- des Volvo L110F und die Kabinenhöhe von 3,36 Metern führen zu einer guten Rundumsicht. Die geringe Staubanfälligkeit sowie die emissionsarmen Abgaswerte passen perfekt zu den Gegebenheiten unter Tage. Die nach oben schmal zulaufende Schaufel des Radladers ermöglicht in einem gewölbten Hohlraum ein problemloses Erreichen schwer zugänglicher Stellen und der Ränder und Kanten auf dem Boden. „Wenn man hört, dass ein Radlader der 5- Tonnen-Klasse unter Tage im Einsatz ist, denken die meisten an einen Einsatz in der direkten Salzförderung.

Dies ist bei uns nicht der Fall. Der Volvo L110F kommt aufgrund seiner geringen Größe für die Säuberungsarbeiten als ‘Putzlader’ zum Einsatz – ein ‘Sauberlader’, wenn Sie so wollen“, erklärt Jeschke. „Unsere Fahrer durften mehrere Wettbewerbsgeräte testen und haben sich gemeinsam mit den Verantwortlichen der technischen und bergmännischen Abteilungen mit großer Mehrheit für den Volvo L110F entschieden, der neben seiner Leistungsfähigkeit auch durch diverse Extras wie eine komfortable Fahrerkabine und CDC-Steuerung überzeugen konnte. Zudem haben die Kollegen in Sigmundshall bereits mehrere L110E im Einsatz und sind mit diesen sehr zufrieden.

Nach der Entscheidung waren die beteiligten Geschäftspartner,die Swecon Baumaschinen GmbH und deren Handelspartner Mario Janßen Baumaschinen- und Fahrzeugservice aus Kranenburg, vor eine große logistische Aufgabe gestellt, denn der Radlader konnte aufgrund der geringen Abmessungen des Transportschachtes nicht in einem Stück nach unter Tage transportiert werden. „Die Maschine musste in mehrere Einzelteile zerlegt und im Materialschacht in 750 Meter Tiefe transportiert werden. Kein einfaches Unterfangen, wenn kein Bauteil größer als 2,50 mal 2,00 Meter sein darf bei einer Maximallänge von acht Metern“, berichtet Swecon-Verkäufer Joachim Höfinghoff.

Die Demontage über Tage und die Remontage unter Tage hat die Firma Mario Janßen Baumaschinen- & Fahrzeugservice aus Kranenburg übernommen: „Alle Bauteile, wie Achsen und Hubgerüst, Kabine und Haube, Antriebsstrang mit Rahmen und Steuerschieber sowie alle Räder sind durch den Materialschacht des Salzbergwerks transportiert worden“, erklärt Geschäftsführer Mario Janßen. Hagen Jeschke ergänzt: „Der Transport nach unter Tage war neben der Zerlegung der Maschine sicher die größte Herausforderung dieses Projektes. Die Maschinenteile müssen zum Schachttransport über Tage senkrecht eingehängt und anschließend unter Tage wieder waagerecht ausgehangen werden.

Nach nur fünf Arbeitstagen hatten die Monteure der Firma Mario Janßen die Maschine wieder unter Tage zusammengesetzt und der Volvo L110F war bereit für den ersten Einsatz. Die Montagetage nutzte die esco für die intensive Vorbereitung und Schulung der Mitarbeiter für den Einsatz der neuen Maschine. Nach neuem Schulungskonzept wurden die Maschinenbediener von einem firmeninternen Großgeräte-Instrukteur speziell für den Einsatz des Volvo L110F geschult.

Die Firma Mario Janßen und Joachim Höfinghoff von der Swecon Baumaschinen GmbH stehen uns darüber hinaus mit Rat und Tat zur Seite“, betont Hagen Jeschke. Er zeigt sich sehr zufrieden mit dem Zusammenspiel von Mensch und Maschine: „Der Volvo L110F hat uns in den ersten Einsatzwochen mit seiner Leistungsfähigkeit und Bedienerfreundlichkeit wirklich überzeugt“, berichtet der Technische Leiter und benennt weitere Aufgaben, die unter Tage zukünftig mit dem L110F erledigt werden können: „Zu 90 Prozent kommt der L110F für ‘Putztätigkeiten’ zum Einsatz, es ist jedoch auch denkbar, den Radlader für zahlreiche weitere Nebentätigkeiten einzusetzen, zum Beispiel als Zugmaschine für Schwertransporte oder für den Fahrbahnbau unter Tage. Auch das Schieben von so genannten Wetterwällen, die für eine reibungslose Versorgung und Steuerung von Frischluft in der Grube sorgen, ist eine denkbare Aufgabe für unseren ‘Sauberlader’.“ !

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